Boßeln

Bossler

Geschichte:

Der Ursprung des Boßelns liegt im Klootschießen. Ursprünglich als Verteidigungswaffe gedacht, wurden getrocknete Kleiklumpen zum Kräftemessen über das Land geworfen. Der Kleiklumpen wurde später durch eine Holzkugel abgelöst, in die kegelförmige Löcher gebohrt wurden. Die Löcher wurden mit Blei gefüllt, um das Gewicht der Kugel zu erhöhen. Da das Klootschießen eine ausgefeilte Wurftechnik voraussetzt, war es als Breitensport nur bedingt geeignet. Wann der Übergang vom Klootschießen zum Boßeln stattfand, ist nicht genau überliefert. Fest steht jedoch, dass durch die Verlegung des sportlichen Treibens vom Feld auf befestigte Straßen und durch die Veränderung des Spielgerätes, das Boßeln immer mehr Zuspruch fand. Die Technik des Boßelns war leicht erlernbar und für ein breiteres Publikum zugänglich. Mit der Gründung des Friesischen Klottschießerverbandes (FKV) um 1900, erfuhr der Boßelsport immer mehr Beachtung. In vielen Vereinen wurde und wird seither regelmäßig geboßelt. Mit der Bildung von Boßelklassen und -ligen, erlebte der friesische Nationalsport einen erneuten Aufschwung und ist seither ein fester Bestandteil, des sportlichen und kulturellen Treibens.

Bossler

Der Abwurf

Beim Boßeln ist es besonders wichtig, sich vor dem Wurf über die Beschaffenheit der Strecke zu informieren. Bei geraden oder übersichtlichen Strecken ist es möglich, einen kräftigen und wuchtigen Wurf auszuführen. Boßler der sportlichen Ligen in Ostfriesland und Oldenburg nehmen einen kräftigen Anlauf, reißen den Wurfarm kurz vor dem Wurf nach hinten und lassen ihn dann mit großer Kraft und Genauigkeit nach vorne schnellen. Die Kurventechnik ist ausgefeilter und erfordert einen gefühlvolleren Wurf.

Die ursprüngliche Zählweise des Schööts

Bis vor wenigen Jahren, wurde der Erfolg im Boßeln, mit einer nur im Boßelsport angewandten Zählweise, gemessen. Es wirft der erste Spieler der Mannschaft A, hier im Beispiel 210 m. Jetzt wirft der erste Spieler der Mannschaft B, er erreicht eine Weite von 140 m. Da zwingend die Mannschaft zuerst wirft, deren Kugel zurückliegt, startet jetzt der Spieler Nr. 2 der Mannschaft B seinen Wurf, der nach 60 Metern endet. Spieler Nr. 1 und Nr. 2 der Mannschaft B (zusammen 200 m), haben gemeinsam den Wurf (210 m) des Spielers Nr. 1 der Mannschaft A nicht erreicht. Die Mannschaft A hat einen Schööt. Um die Paarigkeit der Spielerreihenfolge zu erhalten (Spieler Nr. 1 der Mannschaft A gegen den 1 Spieler der Mannschaft B, Spieler Nr. 2 A gegen den Spieler Nr. 2 B, Spieler Nr. 3 A gegen den Spieler Nr. 3 B usw.), darf der Werfer Nummer 2 der Mannschaft A in dieser Runde nicht boßeln. Es folgen Werfer Nr. 3 B (Mannschaft B liegt hinten) und Werfer Nr. 3 A. Lassen Sie sich bitte nicht von dieser kompliziert anmutenden Beschreibung entmutigen, Generationen von Ostfriesen ist diese Zählweise in Fleisch und Blut übergegangen. Beim Ausprobieren stellt sich die Zählweise als recht einfach dar.
Im folgenden Beispiel erzielt die schwarze Mannschaft einen Schööt, da die rote Mannschaft nach dem ersten Wurf zurückliegt und es nicht schafft, mit zwei Würfen an den zweiten Wurf der schwarzen Mannschaft heranzukommen.




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